Hormesis in der Zahnmedizin

Publikation

Hormesis in der Zahnmedizin

Von Paracelsus zur Synechohormesis: Integration der biphasischen Dosis-Wirkungs-Beziehung in eine systematische Zahnheilkunde

Autoren Fritsch T
2025
Deutsch
52 Seiten
56,00 € Kaufen

Zusammenfassung

Die reparative Zahnmedizin bringt künstliche Materialien dauerhaft in die Mundhöhle ein. Permanente anthropogene Artefakte und temporäre Applikationen erzeugen dort hormetische Wirkungsmechanismen. Die Hormesis – die biphasische Dosis-Wirkungs-Beziehung – wurde in der Zahnmedizin bislang nicht systematisch betrachtet.
Die vorliegende Arbeit entwickelt die theoretischen Grundlagen der zahnmedizinischen Hormesis in einer historisch-logischen Herleitung: Von Paracelsus über die Habersche Regel (C × t = k) zur NAM-Kons-tante (Fritsch 2008), die das Zwei-Variablen-System um die simultane Multiexposition (ctn) und die individuelle biologische Vulnerabilität (ιδ) erweitert. Für das spezifische Expositionsregime der Mundhöhle
– eine chronisch-kontinuierliche, dynamisch modulierte Dauerexposition im Bioreaktor Mundhöhle ohne Erholungsphase – wird der Term Synechohormesis eingeführt und die NAM-Konstante zur dynamischen Synechohormesisgleichungl erweitert. Das synechohormetische Äquivalenzprinzip und der synechohormetische Drift beschreiben, wie subtoxische Dauerreize über Jahrzehnte den individuellen Schwellenwert k_nam erreichen und in den toxischen Bereich übergehen können.
Auf dieser theoretischen Grundlage zeigt die Arbeit, dass alle drei Säulen der systematischen NAM-Zahnheilkunde (NAM-ZHK) [1], biphasischen Dosis-Wirkungs-Beziehungen unterliegen. Die Toxifikation folgt hormetischen und synechohormetischen Mustern. Die Silent Inflammation zeigt hormetische Eigenschaften, bei denen kontrollierte Entzündungsreize immunprotektiv wirken, unkontrollierte jedoch in systemische chronische Entzündung übergehen. Die Dynamische Funktion weist mit dem desmosensorischen Servoeffekt und den Befunden von Sunariani zur BDNF-Expression ein bisher in der Hormesis-Literatur nicht beschriebenes Muster auf.
Die Toxogenese wird als Verlaufsmodell der synechohormetischen Erschöpfung dargestellt. Abschließend wird die Bedeutung für Planetary Health diskutiert: Das Multiplikationsprinzip (Schubert et al. 1978) und die exponentielle Stoffdiversifizierung (15.000 neue CAS-Einträge täglich) bedrohen die endliche hormetische Kapazität des Organismus.
Diese Arbeit bildet die zitierfähige Standardreferenz für die Integration der Hormesis in die NAM-Zahnheilkunde.

Zitationsvorschlag

Fritsch T. Hormesis in der Zahnmedizin. Von Paracelsus zur Synechohormesis: Integration der biphasischen Dosis-Wirkungs-Beziehung in eine systematische Zahnheilkunde. NAM-Journal 2025. DOI:10.64447/2025nam0009