
Publikation
Bissnahme in der Zahnmedizin – eine 45-Achsen-Matrix
Systematische Analyse der Variablen, die die Mandibula-Position konstituieren
Zusammenfassung
Die konventionelle Bissnahme geht davon aus, dass die Mandibula eine durch Deblockierung freizulegende Fixposition besitzt. Obwohl seit Bonwill (1858) und Gysi (1910) 168 Jahre vergangen sind, existiert kein Konsens über die Definition der zentrischen Kondylenposition. Die vorliegende Arbeit identifiziert 45 voneinander unabhängige Variablen, die die Mandibula-Position konstituieren, und ordnet sie in zehn Determinanten-Typen. Die Registrierungsgenauigkeit konventioneller Materialien (330–440 µm) übersteigt die Symptomschwelle (250 µm) und liegt bis zu 40-fach über der parodontalen Feinsensibilität (8–30 µm). Darüber hinaus operiert die Bissnahme im neurobiologisch falschen Betriebsmodus: Sie registriert die Position des Beissmodus (6% der Wachzeit), während die Alltagsposition durch den Tastmodus (94% der Wachzeit) definiert wird, und blendet den gusto-vagalen Modus (chemosensorische Modulation durch Registrierungsmaterial) vollständig aus. Die Arbeit diskutiert sowohl die Limitationen der konventionellen Bissnahme als auch die kumulative Fehlerkaskade der Übertragung (Registrierungsmaterial, Gesichtsbogen, Modellherstellung, Artikulator) sowie den Adaptations-Korridor des stomatognathen Systems, der innerhalb eines zentrischen Funktionsraums von circa 1 mm operiert. Die Arbeit ordnet sich in Säule 3 (Dynamische Funktion) der Systematik der Zahnmedizin über die NAM-ZahnHeilkunde ein.
Zitationsvorschlag
Fritsch T, Rogl T. Bissnahme in der Zahnmedizin – eine 45-Achsen-Matrix. Systematische Analyse der Variablen, die die Mandibula-Position konstituieren. DOI: 10.64447/2026nam0007