Epistemographie und die NAM-Evidenz-Gradierungssystematik (NAM-EGS):

Publikation

Epistemographie und die NAM-Evidenz-Gradierungssystematik (NAM-EGS):

Zwei Begriffe zur sichtbaren Trennung von gesichertem Wissen und Modellbildung

Autoren Fritsch T, Avgerinos S
2026
Deutsch
10 Seiten
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Zusammenfassung

Wissenschaftliche Texte verbinden regelmäßig gesichertes Wissen mit heuristischem Modellbau. Solange beides im selben Tonfall erscheint, kann die Leserin nicht erkennen, wo das Argument trägt und wo es nur trägt, weil es plausibel klingt. Dieses Papier definiert zwei verbundene Begriffe, die diese Grenze sichtbar halten. Epistemographie bezeichnet das Vorgehen, den Wissensstatus jeder tragenden Aussage eines Textes zu bestimmen und im Text selbst auszuweisen. Die NAM-Evidenz-Gradierungs-Systematik (NAM-EGS) ist das Instrument dieser Kartierung: eine Skala aus vier aufsteigenden Konfidenzstufen — established, plausible, translational, conceptual — sowie einem querstehenden Status refuted für widerlegte Aussagen. Jede Stufe ist durch ein operationales Zuordnungskriterium definiert, das die Einstufung nachprüfbar und nicht zur Geschmackssache macht. Wir grenzen beide Begriffe gegen die quantitativen Evidenzbewer-tungssysteme der evidenzbasierten Medizin ab und verankern den Status refuted erkenntnistheoretisch in Poppers Falsifikationsprinzip. Das Papier definiert ausschließlich diese beiden Begriffe; ihre Verbindung mit weiteren methodischen Werkzeugen wird gesondert behandelt.

Zitationsvorschlag

Fritsch T, Avgerinos S. Epistemographie und die NAM-Evidenz-Gradierungs-Systematik (NAM-EGS): zwei Begriffe zur sichtbaren Trennung von gesichertem Wissen und Modellbildung. NAM-Journal. 2026. DOI:10.64447/2026nam0022